Wer kennt Behavioural Targeting?
In den letzten Tagen musste ich feststellen, dass es nicht gerade einfach ist, sich dem Thema Behavioural Targeting anzunähern. Zwar kenne ich die grobe Richtung in die will, doch bekomme ich den Kern noch nicht zu fassen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass ich selbst nicht wirklich weiß, wie ich mit dem Thema umgehen soll.
Auf der einen Seite finde ich individuellere Werbung schon irgendwie OK. Aber auch nur irgendwie. Mir scheint, als handelt es sich dabei um eine Art Gratwanderung, die jederzeit vorm eigenen Absturz in den negavitven Kontextgrund steht. So geht es Vielen, die ich in den vergangenen Tagen mit dem Thema konfrontiert habe. Viel entscheidender scheint jedoch die Tatsache zu sein, dass es in meinem Umfeld einen generellen Vertrauensverlust gegenüber von digitalen Daten gibt. Die Betonung liegt hierbei zunächst auf digitalen Daten. Keiner weiß, wer Zugriff auf persönliche Daten hat, wer sie eventuell missbraucht bzw. wie lange sie überhaupt aufbewahrt werden. Das gesamte Thema Digitale Datenspeicherung im Internet scheint für die meisten User eine Art Schwarzes Loch zu sein, in welches alles hineingezogen wird, aber keiner auch nur annähernd versteht, was auf der anderen Seite mit ihnen passiert.
Wenn man dieses Misstrauen mit dem Vertrauensverlust gegenüber von Unternehmen und dessen ökonomischen Hintergrund kombiniert und in diesen Topf noch das Wort Werbung mischt, dann blinkt für die meisten Menschen die rote Lampe.
Das Positive für die Targeting Unternehmen scheint zu sein, dass kaum einer etwas über die Technik dahinter weiß. Mein Vater setzt zum Beispiel Cookies mit PopUps gleich. Kaum einer weiß, was überhaupt Cookies sind, bzw. dass sie für Targeting genutzt werden. Die Frage ob jemand schon mal von Opt-Out gehört hat, habe ich mir zu fast 100% selbst mit Nein beantworten können.
Kurz zusammengefasst, bedeutet dies, dass es ein großes Misstrauen gegenüber von digitaler Speicherung persönlicher Daten gibt. Kombiniert mit dem Misstrauen gegenüber von Werbung und Unternehmen mit kommerziellen Interessen, ist dieses Thema stark negativ konotiert. Jedoch weiß kaum einer etwas über die Technik hinter Behavioural Targeting.
Auf die Frage ob jemand, wenn er nur wüsste wie, die Aufzeichnung des persönlichen Surfverhaltens verhindern würde, antworteten alle Befragten mit Ja. Sie antworteten auch mit Ja, wenn dies bedeuten würde, dass sie nur noch unrelevante Werbung zu sehen bekommen. OhOhh. Bedeutet dies, dass wenn die User erst verstehen, wie man Behavioural Targeting blockiert, nicht weil sie es so schlimm finden personalisierte Werbung zu bekommen, sondern weil ihr Misstrauen gegenüber von Datenspeicherung so groß ist, sie dann auch dem ganzen Geschäftsmodell die Grundlage entziehen?
Man sieht, wie komplex das Thema Behavioural Targeting ist. Die oben genannten Annahmen sind natürlich nicht repräsentativ. Jedoch versuche ich mich in meiner Magisterarbeit mit genau diesem Thema empirisch auseinanderzusetzen. Dass dies nicht so einfach ist, wollte ich in diesem Artikel kurz aufzeigen.
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