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Glück Gehabt

Werbung gehört für die meisten Menschen heute zum selbstverständlichen Gefühl bei der Bewegung im öffentlichen Raum. Logos, Plakate, Videowerbung. Unzählige Eindrücke wirken nahezu an jedem urbanen Ort auf den Einzelnen ein. Dabei haben sich die meisten an ganz bestimmte Standards gewöhnt, welche sofort signalisieren: WERBUNG! Dazu gehört zum Beispiel das Logo, der Slogan oder die Copy. Meistens spielen diese Elemente mit einer entsprechenden Bildsprache, welche das Werbeziel unterstützen und vor allem Aufmerksamkeit erregen soll. Gerade diese Aufmerksamkeits-Generierung leidet jedoch unter der Vielzahl an vereinheitlichten und immer wieder gleich funktionierenden Mustern. Da bleibt kaum ein Blick länger haften.

Was passiert, wenn die üblichen Erkennungsmerkmale von Werbung ausbleiben, sieht man gerade auf der Berliner U-Bahn Linie U8.  Unter dem Motto “Glück Gehabt” präsentiert die NGBK Berlin zwischen U-Voltastr. und U-Weinmeisterstr. eine Ausstellung mit 43 Künstler(innen), welche genau die Flächen für ihre Arbeiten nutzen, welche sonst bezahlten Botschaften vorbehalten sind. 

So wird der U-Bahnhof zur Galerie und die Wartezeit wird zum kleinen Rundgang genutzt. Das Interessante an der Aktion ist, dass die Ausstellung ähnliche Elemente wie normale Werbung besitzt. So könnte man das Motto Glück Gehabt zum Beispiel auch als Slogan interpretieren. Bei vielen Plakaten entsteht erst so der eigentliche Sinnzusammenhang. Umso eindringlicher funktioniert er aber dafür. Dadurch, dass der Rezipient zunächst nicht mit den üblichen Werbestandards konfrontiert wird, entsteht eine Art befreiende Aufmerksamkeit. Man interpretiert für sich selbst, was man da vor sich sieht. Erst in zweiter Instanz folgt dann der Slogan, welcher sich dafür um so mehr einprägt.

Mir fällt auf, dass mir auch schon beim BBC Mikrofon am Hauptbahnhof eine solche zweite Ebene der Markenkommunikation gefallen hätte. Für mich wäre dies eine intelligenter Weg, welcher dem Rezipienten mehr Freiheiten gibt, dadurch Aufmerksamkeit generiert und in zweiter Ebene einen AHA Effekt auslöst der haften bleibt. Das kann man dann ja “Second Level” Marketing nennen, oder so.

Der Spruch vom Foto ist im übrigen von Karl Heinz Jeron, einem Berliner Künstler und Teilnehmer der Aktion.

Posted on December 1st, 2008 by MARCU5  |  No Comments »

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