re:view Tag 3
Ich weiß, die re:publica`09 ist bereits mehrere Wochen vorbei. Dennoch will ich meinen persönlichen re:view noch zu Ende bringen, bevor ich Euch mit neuen Blog-Einträgen beglücke. Der Grund für die spärlichen Updates ist, dass ich mich tatsächlich in den letzten Zügen meiner Magisterarbeit befinde und meine Leistungsfähigkeit in erster Linie dafür hergebe. Ich fühle mich als ob ich einen Auftrag zu Ende bringen möchte und daher doppelt so viel arbeite, um auch ja die Deadline zu schaffen. Da bleibt nicht viel Zeit und Kopf für Hobbys wie Sendr. Aber nun erstmal zum dritten Tag der re:publica.
Natürlich war der dritte Tag von zwei Highlights gerahmt. Ersten Wikipedia-Gründer Jimbo Wales und zweitens Mr. BoingBoing Cory Doctorow. Jimbo erzählte von seinen Erfahrungen bei Wikipedia und seinem neuesten Baby Wikia, welches als kommerzielle Ergänzung zu Wikipedia gilt. Dabei zog er interessante Muppet-Vergleiche. Zum Beispiel dass der Brockhaus einen Eintrag zu den Muppets hat, Wikipedia zirka 300 und Wikia über 12.000. Damit verdeutlichte er wie relativ Wissen ist und warb für Offenheit in Relevanzfragen zur Tiefe von spezifischen Themen. Für mich bildet Wikipedia (Wikia) die geeignete Plattform um Wissen und Information so tiefgreifend wie möglich aufzuschlüsseln. Damit schlägt Online in jeder Hinsicht Print.
Eine sehr interessante Veranstaltung, auch in Bezug auf die Ergebnisse meiner Magisterarbeit, besuchte ich bei der Privacy OS Veranstaltung. So setzte sich Jan Schallaböck mit Möglichkeiten auseinander Internet-Seiten transparenter bezüglich des Datenschutzes zu machen. Dabei entwickelt sein Team gerade ein Zeichensystem, welches den Usern einer Webseite anzeigen soll, was mit ihren Daten passiert und wer sie, wie lange speichert. Ich finde eine solche Transparenz extrem wichtig, warum werde ich einem der nächsten Postings genauer erläutern. Stay tuned!
Zu Cory Doctorow kann man eigentlich nicht viel sagen. Am Besten man schaut ihn sich selbst an!
Eine der für mich überraschendsten und interessantesten Sessions besuchte ich bei Sebastian Deterding. Er redete über persuasives Webdesign. Dabei beschäftigt er sich damit, das Verhalten von Usern auf einer Homepage, durch Webdesign zu beeinflussen. Wie das funktioniert? Man erreicht den User im günstigsten Moment mit einem bestimmten Angebot. Ein Beispiel ist das Angebot des CO2 Ausgleichs beim Buchen einer Flugreise. In diesem Moment ist die Aufmerksamkeit wahrscheinlich am höchsten, etwas für die Umwelt zu tun. Eine weiterer interessanter Ansatz ist der so genannte Flow-Tunnel, welcher den Anspruch einer Homepage schrittweise steigert, um den User nicht zu langweilen, aber auch nicht gleich zu überfordern.
Alles in allem empfand ich die re:publica als eine sehr gut organisierte Veranstaltung. Es hat Spass gemacht so nah an aktuellen Themen rund um das Internet heranzukommen, die Elite der deutschen Internet-Welt live zu erleben und viele nette, neue Menschen kennengelernt zu haben. Nächstes Jahr komme ich wieder.
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