Irgendwas mit Internet
Da sich mein Institut an der FSU Jena vor allem mit der traditionellen Medienlandschaft auseinandersetzt, wurde mir ein wissenschaftlicher Diskurs mit meinem Interessenmedium Internet nicht gerade in die studentische Wiege gelegt. Zwar wurden mir wichtige medientheoretische Grundlagen beigebracht, doch bedurfte es der Entwicklung einer elementaren studentischen Arbeitsweise, dem Selbststudium in der Bibliothek, sowie der individuellen, praktischen Erfahrung, um sich diesem neueren Feld innerhalb der Kommunikationswissenschaften zuzuwenden.
Die persönlichen Erfahrungen, die ich dabei gewann, versuchte ich auch innerhalb meiner Seminare anzuwenden. So verteidigte ich im Seminar Zeitungsmarketing (welches von Dr. Joachim Donnerstag von der ZMG gehalten wurde) die qualitativen Möglichkeiten von Weblogs gegenüber von Zeitungen. Als Diskussionspartner einen Mitarbeiter der zentralen Marketingstelle für Printzeitungen zu haben ist dabei kein unbedingt leichtes Unterfangen.
Allerdings stellte ich mir bereits damals die Frage, welche Möglichkeiten der Refinanzierung für Onlineangebote bestanden, um somit die verteidigte Qualität zu sichern. In diesem Zusammenhang fing ich an mich mit Onlinewerbung auseinanderzusetzen. Vor allem interessierten mich zunächst die “neuen” Google Modelle Adwords und Adsense. Die individuelle Auslieferung, die Reaktion auf eine Informationsanfrage (und damit die Umkehrung des traditionellen Sender / Empfängermodells) sowie die dahinter stehenden Vermarktungsmechanismen standen dabei im Mittelpunkt.
Nach anfänglichen Überlegungen, meine Magisterarbeit über Google zu schreiben, entschied ich mich jedoch, das Thema von einer generelleren Sichtweise aus zu betrachten. Google ist zwar immer noch Vorreiter in Sachen Online Werbung und nimmt einen besonderen Status in der Branche ein, aber die technischen Möglichkeiten des Internet liegen auch außerhalb der Google Welt bereit.
Inspiriert von dieser Neuordnung der werblichen Ansprache des Rezipienten, fing ich an mich mit dem Thema Individualisierung von Online Werbung zu beschäftigen. Erstmals scheint es, als seien Unternehmen, Agenturen und Vermarkter so nah am Kunden wie nie zuvor. Ein Besuch auf der OMD im September 2008 lieferte mir schließlich den Namen für mein neues Interessengebiet - Behavioural Targeting -.